Wir plädieren für ein offenes NRW


Wir sind Akteure aus Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Kultur und setzen uns dafür ein, den Prozess der Offenheit, Zusammenarbeit und Transparenz in NRW voranzubringen und zu gestalten.

Open Government-Strategie NRW


Die nordrhein-westfälische Landesregierung hat im Frühjahr 2014 ihre Open Government-Strategie (Teil 1 / Teil 2) verabschiedet. Sie hat zum Ziel, politisches und administratives Handeln in NRW auf allen Ebenen transparenter und Institutionen übergreifend kooperativer zu machen. Die demokratische Kultur des Landes soll dadurch weiterentwickelt sowie die gesellschaftliche Problemlösungskompetenz durch eine intensivere Einbeziehung der Bürger gestärkt werden.

Was bedeutet Offenheit?


Wir setzen uns für eine zukunftsfähige Gesellschaft ein, die ihre Kraft und Innovationsfähigkeit aus einem Geist der Offenheit und Selbstverantwortung schöpft. Diese Gesellschaft lädt zum Mitmachen ein; sie setzt auf Kooperation und gesellschaftlichen Ausgleich - basierend auf vier Prinzipien.

Open Government Manifest NRW (pdf)

{ 4 PRINZIPIEN }


1. AKTEURE DES WANDELS

Akteure des Wandels finden sich in allen Bereichen des demokratischen Zusammenlebens.
Sie nutzen die Möglichkeiten der digitalen Gesellschaft und helfen mit, das offene NRW der Zukunft zu entwickeln.

Zu den Akteuren gehören

  • Mitarbeiter in den Verwaltungen, die offene Schnittstellen in ihrer Arbeit entwickeln und sich für eine Öffnung der Daten einsetzen sowie diese nach innen und nach außen nutzbar machen und nutzen.
  • Kommunen, Kreise und Landesverwaltungen bzw. -einrichtungen, die ihre politischen und administrativen Prozesse öffnen, um Bürger und Wirtschaft einzubeziehen.
  • ein Landtag, der die in der Deklaration zur parlamentarischen Offenheit definierten Prinzipien als seine eigenen annimmt und in seiner gesamten Organisation aktiv lebt.
  • Wissenschaftler an Hochschulen, die ihre Forschungsdaten offenlegen und in frei zugänglichen Publikationen veröffentlichen.
  • Medien, die den Prozess kritisch begleiten, offene Daten selber nutzen, aufbereiten und der Öffentlichkeit zugänglich machen.
  • Pädagogen, die ihre Lehr- und Lernmaterialien zur freien Verwendung als Open Educational Ressource (OER) bereitstellen.
  • Bürgerinnen und Bürger, die sich für eine demokratische Erneuerung auf den verschiedenen staatlichen Ebenen einsetzen und vielfältigste Kompetenzen einbringen.
  • das Expertennetzwerk Open.NRW als (kommunales) Kompetenzzentrum für Offenheit in NRW, um die verfügbaren Ressourcen für ein zukunftsfähiges und demokratisches Land transparent zu bündeln.

  • weiterführende Informationen


    2. KULTUR DER OFFENHEIT

    Eine Kultur der Offenheit schafft Partizipations- und Kollaborationsmöglichkeiten sowohl digital als auch physisch. Offenes Verwaltungshandeln bildet die Grundlage für bürgerschaftliches Engagement, wirtschaftliche Entwicklung und wissenschaftliche Innovation. Es fördert starke demokratische Prozesse, die offen sind für neue Ideen, Arbeitsweisen, Aspekte und Experten.

    Zu einer offenen Kultur gehören

  • ein reger Austausch zwischen allen Akteuren zur Förderung der Innovation — auch und vor allem in der Verwaltung. Durch Mobilisierung von internem und externem Wissen auf Augenhöhe können Veränderungsprozesse besser und schneller vollzogen werden.
  • Vermittlung von Offenheit, Transparenz, Medienkompetenz, Inklusion und Integration in der Bildung. Die informationelle Selbstbestimmung muss rechtlich und technisch abgesichert werden.
  • die selbstverständliche Bereitstellung von Ergebnissen des Verwaltungshandelns in standardisierten Datensätzen. Die Offenlegung von amtlichen Daten stärkt unsere Demokratie und verringert die Korruption schon im Ansatz. Ergebnisse von Verwaltungsprozessen dürfen nicht verborgen bleiben. Land und Verwaltung haben hier nichts zu verbergen.
  • ein Transparenzgesetz, damit Verträge zur Daseinsvorsorge, Gutachten, Statistiken, Verwaltungsvorschriften, öffentliche Pläne, Geodaten und vieles mehr für jedermann einsehbar in einem zentralen und kostenlosen Informationsregister veröffentlicht werden.
  • eine regelmäßige Evaluation der Prozesse in einer Bilanz der Offenheit, die alle Akteure in ständiger Zusammenarbeit erstellen.

  • weiterführende Informationen


    3. DIGITALE INFRASTRUKTUR

    Eine offene digitale Infrastruktur bildet die Voraussetzung, um unsere Demokratie zu stärken und die Akteure des Wandels auf Augenhöhe zusammenzubringen. Sie ermöglicht die kooperative Kontrolle von Prozessen und die Weiterentwicklung von technischen Systemen.

    Zu einer offenen digitalen Infrastruktur gehören

  • die Verwendung von quelloffener Software, offenen Schnittstellen und offenen Standards um Interoperabilität, Nachhaltigkeit und Innovationen zu stärken.
  • die Bereitstellung von offenen Netzen (Freifunk) und der Ausbau des Breitbandnetzes.
  • die Bereitstellung von Online-Plattformen und Werkzeugen um Dialog, Partizipation und Zusammenarbeit zu fördern.
  • der Einsatz von offenen Lizenzen, um den Zugang und die Weiterverarbeitung von Bildungs- und Wissensressourcen zu ermöglichen.
  • die Bereitstellung von offenen Daten in strukturierter, maschinenlesbarer Form oder über eine offene Schnittstelle, sodass sie kostenfrei zugänglich sind und weiterverarbeitet und weiterverbreitet werden können.


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    4. FREI GESTALTBARE LEBENSRÄUME

    Öffentliche Räume sind Lebensräume – sowohl urban als auch ländlich. Sie bilden die Grundlage von Begegnung und Kommunikation. Es gilt sie sowohl digital als auch physisch zu schützen, zu stärken und kontinuierlich weiter zu entwickeln.

    Zu offenen Lebensräumen gehören

  • die freie Nutzung von öffentlichen Plätzen und Wegen als Orte der Begegnung ohne kommerziellen Zwang. Sie sind Teil einer lebenswerten und lebendigen Kommune.
  • kulturelle Freiräume, deren Bedeutung sich nicht nur am monetären Wert ihrer Flächen bemisst, sondern an der Relevanz für die Gemeinschaft.
  • bedingungslos öffentliche und neutrale digitale Netze und Räume, die den Austausch von Information und die Kommunikation erweitern.


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